Chronik des Kleingartenbauvereins Selbsthilfe e.V.

Nach Ende des 1.Weltkrieges - man schrieb das Jahr 1919 - zogen Wandsbeker Bürger
auf die damalige Exerzierkoppel der Wandsbeker Husaren um Armut und Not aufzufangen
und bewirtschafteten einen Teil des Geländes. Mit der Gemeinde Wandsbek wurde ein
Gemüsepachtvertrag abgeschlossen.

Um eine Bodenständigkeit zu sichern schlossen sich die Pächter zu einem Kleingartenbauverein
zusammen. Am 21.August 1921 gaben Sie sich den Namen

Kleingartenbauverein "Selbsthilfe".

Eine Satzung wurde erstellt und der Verein erstmalig am 14.Oktober1921 in das Vereinsregister
Blatt 5-14 eingetragen. Jetzt konnte der kleingärtnerische Aufbau ordnungsgemäß
vorgenommen werden.

Im Jahre 1925 wurde durch die Inflation der Aufbau unterbrochen und durch die große
Arbeitslosigkeit in den darauf folgenden Jahren wurde es schwer, weiter voran zu kommen.
Die Stadt Wandsbek half mit einem Darlehen von 1.500,-- RM auf 3 Jahre. Die 208 Mitglieder,
die ca.100.000 m² nutzten, zahlten das Darlehen dann zurück.

Nun begann der planmäßige weitere Aufbau. Hecken wurden gepflanzt, Wege aus Schlacken
angelegt, Wasserleitungen verlegt und Pforten gesetzt. 1931 wurde am Husarenweg mit dem Bau
eines Vereinshauses begonnen. 1937 musste Wandsbek seine Selbstständigkeit aufgeben und wurde
der Hansestadt Hamburg angeschlossen. Durch eine Neuordnung im Kleingartenwesen wurden
57 Mitglieder des "Horner Redder" dem Kleingartenbauverein "Selbsthilfe" angeschlossen.
Der somit eine Gesamt-Mitgliederzahl von 265 erreichte.

Ruhe und Frieden sowie der weitere Aufbau des Kleingartenbauvereins wurden durch den
Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 vor neue Probleme gestellt. Etwa die Hälfte der
Stadt Hamburg und 50% der Wohnungen wurden durch Luftangriffe im Juli 1943 zerstört.
Viele verloren Hab und Gut, konnten aber ihr Leben retten. Die Hamburger, die einen Kleingarten
hatten, bauten unter schwierigsten Umständen auf ihrer Scholle mit primitiven Mitteln ein
neues Zuhause.

Durch diese Katastrophe veränderte sich auch die Lage in den Kleingärten. Von den ehemals
265 Parzellen konnten noch 160 genutzt werden und wurden von etwa 500 Personen bewohnt.
Auch das Problem der Strom - und Wasserversorgung konnte gelöst werden. Die Kleingärtner
waren aber auch glücklich, daß sie ihre Ernährung durch eigenes Obst und Gemüse aufbessern
konnten.Als dann im Jahre 1949 die Währungsreform folgte, konnte man nach den schweren
schicksalhaften Jahren etwas aufatmen. Langsam lebte die Wirtschaft wieder auf und der Weg in
eine bessere Zukunft schien geebnet.

Die im Jahre 1938 angeschlossenen 57 Mitglieder wollten ihre Selbständigkeit wieder haben und
gründeten 1954 den Kleingartenverein "Zirpenweg".

In den Jahren 1959 - 1964 mußte unser Verein infolge Kündigung der Freien und Hansestadt Hamburg
für den planmäßigen Wiederaufbau von Schulen und Wohnungen 142 Parzellen aufgeben und
schrumpfte auf 66 Parzellen,von denen 22 bewohnt waren. Wer nun glaubte, dass der Verein genug
geopfert hatte und das Vereinsgelände in den nächsten Jahren als Dauerkleingartengelände
ausgewiesen werden würde und somit als Insel der Ruhe und Erholung erhalten bliebe, der sah
sich in den Jahren 1978 durch Kündigung und 1980 durch Abschätzung des gesamten Geländes
seiner Hoffnung beraubt. Auf Grund bestehender Verträge zwischen der Hansestadt Hamburg
und dem Landesbund der Gartenfreunde wurde jedoch neues Gelände zugewiesen und zwar an der
Eggersweide und der Grunewaldstraße - unser heutiges Domizil.

Von den damaligen Mitgliedern wechselten 16 Gartenfreunde in die Grunewaldstraße, eine blieb
im Zirpenweg und 2 gingen zur Eggersweide. In unserem heutigen Kleingartenverein "Selbsthilfe"
e.V.526 bewirtschaften folgende Gartenfreunde immer noch ihre damals übernommenen Parzellen:



                            Günter Weißer Parzelle 258                     
                            Fritz Both Parzelle   45                     
             Lothar Kürschstein Parzelle   34          

Obwohl der Werdegang unseres Kleingartenbauvereins in dieser Chronik nur in groben Zügen
wiedergegeben werden kann, läßt sich doch unschwer - insbesondere für die "neueren" bzw.
jüngsten Vereinsmitglieder - erkennen, welche Hindernisse in der Vergangenheit von unseren
älteren teilweise noch aktiven Mitgliedern und deren bereits verstorbenen Vorgängern bewältig
werden mußten, damit eine Bewirtschaftung der Kleingärten aufrecht erhalten werden konnte.
Auch in der heutigen Zeit treten immer wieder Schwierigkeiten auf, die es zu meistern gilt.

Daher danken wir allen Mitgliedern die sich immer wieder unermüdlich für die Durchsetzung
der Ziele und die Weiterführung der Kleingartenbewegung einsetzen.

Startseite